Vorsätze, die gelingen: Sie können auch anders!

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Eine Woche ist das neue Jahr nun alt. Und, wie geht es Ihren Vorsätzen mittlerweile?

Wenn Sie ehrlich sind, werden Sie mir wahrscheinlich zustimmen: Nicht nur der allergrößte Teil der Versprechen, die Sie anderen oder sich selbst zum Jahreswechsel geben, löst sich bereits wenige Tage nach dem Silvesterfeuerwerk in Schall und Rauch auf. Diese kurze Halbwertzeit gilt generell für all Ihren guten Vorsätze zur Verhaltensveränderung – sei es mehr Sport, weniger Wein, mehr Quality Time mit der Familie, weniger Wutanfälle, mehr Konsequenz, weniger Konfliktvermeidung, usw.

Nehmen wir ein Beispiel, das mir häufig im Coaching begegnet: Ein Abteilungsleiter kommt niedergeschlagen und verzweifelt zu mir. Auf Nachfrage eröffnet er: „Ich habe diese Woche wieder jeden Tag bis 22 Uhr gearbeitet. Wieder habe ich alle Aufgaben, die ich delegiert hatte, korrigiert und nachgebessert. Dabei habe ich bereits den Ruf, perfektionistisch zu sein und alles immer selbst zu machen. Ich hatte mir fest vorgenommen, das nicht mehr zu tun, aber ich kann es einfach nicht lassen. Die Qualität der abgelieferten Arbeit meiner Mitarbeiter ist einfach nicht ausreichend.“ Meine Antwort darauf: „Natürlich machen Sie das weiter wie gehabt. Durch gute Vorsätze werden Sie Ihr Verhalten auch nicht verändern, egal wie sehr Sie sich das vornehmen.“

Was wirklich einen mentalen Shift und damit die Möglichkeit zur Verhaltensänderung auslöst, ist ein scheinbar paradoxer Schritt: die Suche nach dem sogenannten sekundären Gewinn für das bisherige schädliche Verhalten.

Selbstsabotage – was ist Ihr versteckter Gewinn?

Was ist mit diesem „sekundären Gewinn“ gemeint? Nun, es muss einen subjektiv „guten“ Grund geben, aus dem Sie trotz Ihrer rationalen Einsicht am als schädlich erkannten Verhalten festhalten. Der sekundäre Gewinn resultiert meist aus der Befriedigung unbewusster Bedürfnisse: Wer sich immer wieder vornimmt, mehr Sport zu treiben und dann doch mit Chips auf der Couch endet, vermeidet häufig die Wahrnehmung des eigenen Körpers und den Kontakt mit sich selbst. Wer trotz aller guten Vorsätze immer wieder seine Mitarbeiter zusammenschreit, betäubt damit die eigene Angst, dass die Fehler anderer den eigenen Erfolg gefährden könnten. Wer entgegen seiner guten Absichten weiter Konflikte vermeidet und seine eigenen Interessen opfert, bleibt „Everybody’s Darling“ und entflieht seiner Angst vor Auseinandersetzungen.

Wenn Sie mit Ihren guten Vorsätzen zukünftig mehr Erfolg haben wollen, gilt es zunächst einmal, solche sekundären Gewinne und die Ihnen zugrunde liegenden unbewussten Bedürfnisse zu erkennen und – ganz wichtig – auch zu akzeptieren.

Jetzt kennen Sie die Gründe, die Ihrem schädlichen Verhalten zugrunde liegen – wissen, was auf dem Spiel steht, wenn Sie dieses ändern. Genau das ist die Hürde, die Ihnen Ihr Geist immer wieder unbewusst in den Weg gestellt hat und an der Sie bisher stets gescheitert sind: die Angst vor dem Verlust. Diesen Spieß können Sie jetzt auch umdrehen. Fragen Sie sich: Was werden Sie verlieren, wenn Sie mit dem bisherigen Verhalten weitermachen? Ihre Mitarbeiter, Ihre Gesundheit, Ihre Ehe? So kreieren Sie mehr Dringlichkeit für Ihre Verhaltensänderung.

Visionen schaffen Realitäten

Nachdem Sie die tieferen Gründe für Ihr bisheriges Verhalten ergründet haben und sich vor Augen geführt haben, welche Verluste Ihnen drohen, wenn Sie weitermachen wie bisher, fehlt noch ein Baustein, damit Ihre guten Vorsätze in Zukunft tatsächlich Wirkung entfalten: eine starke Vision, ein Bild der attraktiven Zukunft, die Sie mit Ihrem neuen Verhalten kreieren werden. Nehmen Sie ein Bild, das Emotionen in Ihnen auslöst und Sie beflügelt. Wenn Sie mit regelmäßigem Sport starten wollen, muss das nicht ein Sixpack sein. Vielleicht reicht Ihnen die Vorstellung, die Treppen hochzusprinten ohne außer Atem zu geraten. Es muss auch nicht die Vision vom Chef sein, der das Office jeden Tag um 17 Uhr verlässt. Aber vielleicht von einem, der entspannt delegiert und auswählt, welche Aufgaben tatsächlich hundertprozentige Qualität benötigen. Wählen Sie ein Bild, das für Sie passt.

Mit diesen einfachen Schritten werden aus Ihren guten Vorsätzen echte Erfolgserlebnisse. Probieren Sie es aus. Es lohnt sich!

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