Und täglich stört das Murmeltier

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Kennen Sie den Film, dem der Titel entlehnt ist? Der Plot in aller Kürze: Bill Murray ist gefangen in einer Zeitschleife und erlebt den sogenannten „Tag des Murmeltiers“ (engl. Groundhog Day) wieder und wieder, wird dabei logischerweise immer unzufriedener, bis er schlussendlich den rettenden Einfall hat und sich aus der Spirale befreien kann. Ein amüsanter Film, keine Frage. Weit weniger lustig ist aber die Tatsache, dass wir alle unseren persönlichen Tag des Murmeltiers erleben – jeden Tag. Fast jeder ist in einer Negativspirale aus wiederkehrenden Gedanken gefangen und es gibt nur einen Regisseur, der Sie daraus befreien kann: Sie selbst.

 

Womit füttern Sie Ihren Geist?

Für viele Menschen ist folgende Frage fest in die Morgenroutine integriert: „Was wird wohl heute wieder alles schieflaufen?“ Wer mit dieser Frage aufsteht, sollte sich nicht wundern, wenn der Tag ein Gebrauchter wird. Denn: Unsere Erwartungen bestimmen unsere Wahrnehmung und erschaffen so unsere Realität.

Eine andere Frage, eine andere Tageszeit, ein ähnliches Ergebnis: Viele Menschen – auch sehr erfolgreiche – plagen sich jeden Abend mit folgender Frage: „Was habe ich heute wieder vergeigt?“ Auch hier wird der Geist mit einer Negativannahme gefüttert. Nämlich der, dass man selbst nie gut genug ist. Wer mit dieser Grundannahme lebt, der kann schaffen so viel er will – er wird das Grundgefühl der eigenen Unzulänglichkeit nicht los werden. Egal, wie groß der äußere Erfolg, wirkliche Ruhe und Gelassenheit können so nie entstehen.

Unser Gehirn ist so konstruiert, dass alles, was wir öfter wiederholen, zur Gewohnheit wird. Das gilt für das, was wir tun ebenso wie für das, was wir fühlen und denken. Deshalb ist es so wichtig, dass Sie genau hinschauen: Macht Sie das, was Sie täglich fühlen, denken und tun gesund oder krank, erfüllt oder leer, kraftvoll oder mutlos, einsam oder verbunden, erfolgreich oder erfolglos?

 

Neue Wege im Gehirn

Die gute Nachricht: Aus einem Karussell, in dem Sie negative Gedanken perpetuieren, können Sie ausbrechen! Dafür müssen Sie zunächst Ihren Blick auf das richten, was ist. Mit welchen Gedanken ziehen Sie sich bevorzugt runter? Mit welchen Gefühlen und inneren Bildern gehen Ihre negativen Gedanken einher? Es geht um Bewusstheit und Akzeptanz, denn nur was Sie akzeptieren, können Sie tiefer erforschen und auch verändern.

Für die Veränderung Ihrer negativen Denkmuster benötigen Sie vor allem Ausdauer. Denn Ihre altbekannten Negativgedanken haben sich tief in Ihr Gehirn eingegraben haben. Sie sind sozusagen „leicht“ zu denken. Um neue Wege in Ihrem Gehirn anzulegen und zu befestigen, braucht es daher nicht nur neue, positive Gedanken, sondern vor allem Wiederholung. Aus der Neurophysiologie wissen wir, dass es ungefähr 30 Tage dauert, bis ein neuer Gedanke oder ein neues Verhalten zu einer Gewohnheit werden.

 

Verändern Sie Ihren Fokus!

Falls Sie zu den Menschen gehören, die den Tag bereits mit negativen Erwartungen beginnen, versuchen Sie, Ihren Geist stattdessen auf positive Aspekte zu fokussieren. Wie das geht? Nun, überlegen Sie sich jeden Morgen drei Dinge, für die Sie dankbar sind – und zwar jeden Morgen drei andere. Am besten legen Sie sich ein Notizbuch an und machen daraus Ihr „Dankbarkeits-Tagebuch“. Das klingt banal. Doch Sie werden sehen, durch diese Fokussierung auf das Positive wird langsam aber sicher Ihr ganzes Mindset umgepolt.

Ich weiß, es erfordert ein wenig Mut, aber fragen Sie sich ehrlich, ob Sie auch zu den Menschen gehören, die ein negatives Selbstbild von sich pflegen. Das muss übrigens nicht heißen, dass Sie deshalb nicht erfolgreich wären. Im Gegenteil, viele erfolgreiche Menschen sind sogenannte „insecure overachiever“, die sich im Kampf gegen Ihr negatives Selbstbild ständig zu neuen Höchstleitungen antreiben. Das macht sie zwar erfolgreich, aber innerlich bleiben sie wie alle Menschen mit einem negativen Selbstbild unglücklich.

Auch aus dieser Endlosschleife können Sie aussteigen: Beginnen Sie mit einer kleinen Übung und schreiben jeden Abend drei Dinge auf, die Sie an dem betreffenden Tag gut gemacht haben. So weisen Sie Ihren inneren Kritiker in seine Schranken und machen Ihren Blick wieder frei. Für all das Gute, was Sie sind und tun.

 

Die Positivspirale

Zum Schluss noch eine dritte Übung – nicht nur für den Anfang oder das Ende des Tages, sondern für jeden Moment, in dem sich Ihr Geist im Negativen zu verlieren droht. Der Chef ranzt Sie an, der Kunde reklamiert, die Kinder benehmen sich daneben? Bevor Sie jetzt komplett schwarzsehen, halten Sie einen kurzen Moment inne und fokussieren sich auf eine Sache, die genau jetzt in diesem Moment gut ist. Die gibt es, garantiert! Durch diese positive Fokussierung machen Sie sich für einen Moment glücklich. Diese Glückserfahrung gibt Ihnen Kraft, um sich der Lösung für Ihr Problem zuzuwenden.

Es geht nicht darum, dass Sie alle Schwierigkeiten ausblenden. Aber indem Sie Ihren Geist mit positiven Inhalten füttern, verändert sich Ihr Blick: auf Sie selbst und auf andere. Ihre Welt wird eine andere und Sie gehen anders mit ihr um. Probieren Sie es aus. Nicht immer, aber immer öfter. Es wirkt!

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