Wer dumme Mitarbeiter hat, ist selbst schuld

 In Buddha Management | DE

Ja, die Überschrift ist provokant – und trotzdem zutreffend! Lassen Sie mich erklären: In meinen Coachings und Vorträgen ist ein zentrales Thema das der Wünsche. Nun denken viele Menschen, dass Wünsche unglücklich machen würden. Dem liegt entweder ein verzerrtes Bild vermeintlicher „buddhistischer Gleichmut“ zugrunde, oder es handelt sich um eine sogenannte „Enttäuschungs-Prophylaxe“ nach dem Motto: „Wer sich nichts wünscht, kann auch nicht enttäuscht werden.“ Beides ist falsch!

Echte Gleichmut und Gelassenheit bedeuten keinesfalls, dass Sie keine Wünsche mehr hätten. Denn Wünsche sind Ausdruck eines lebendigen Herzens. Wenn sich Ihr Herz nicht mehr regt, dann sind Sie tot oder versteinert. Und die Enttäuschungs-Prophylaxe schützt zwar vor Enttäuschungen, macht das Leben aber eintönig und grau.

Insofern: Wünschen Sie sich was! Und greifen Sie ruhig hoch dabei! Wir wissen heute, dass Menschen, die eine Vision ihrer Zukunft haben, erheblich glücklicher und erfolgreicher durch ihr Leben gehen. Wer nicht wünscht, der kann eine solche Vision überhaupt nicht entwickeln. Erlauben Sie sich also zu wünschen: die traumhafte Zeit am einsamen Karibikstrand, den großen Erfolg bei der Kundenpräsentation, den Karriereschritt bei der nächsten Beförderungsrunde. Ohne Wünsche wird das alles nichts!

Mit Wünschen ins eigene Unglück

Wünschen ist also gut und wichtig. Problematisch werden Wünsche allerdings dann, wenn wir uns mit ihnen und vor allem ihrer Erfüllung so sehr identifizieren, dass wir infolgedessen die aktuelle Realität ablehnen. Dann ist Leiden vorprogrammiert!

„Läge ich jetzt am Karibikstrand, dann könnte ich glücklich sein.“ – Das ist der sichere Weg ins Unglück. Sie sitzen im Büro, Sie wünschen sich den Karibikstrand. Beides gehört zu Ihrer Realität jetzt. Und die Annahme der aktuellen Realität ist Grundvoraussetzung für Glück und Erfolg. Glück ist immer nur hier und jetzt im aktuellen Moment möglich. Auch Veränderung setzt voraus, dass Sie die Realität akzeptieren. Nur dann können Sie beginnen, die Schritte zu planen, um diese Realität zu verändern.

Wir kreieren unsere Realität

Um wieder zurück zur Überschrift des Blogbeitrags zu kommen: Von Managern bekomme ich häufig folgende Aussage zu hören: „Ich wünschte, ich hätte endlich gute Mitarbeiter! Dann müsste ich auch nicht so viel selbst machen!“ Auch das, ein Wunsch und – in aller Deutlichkeit – ein ausgesprochen fataler dazu! Denn wie bei anderen Wünschen auch, gaukelt unser Geist uns etwas vor. Es kommt zu einer Negativannahme: die Realität ist nicht so, wie unser Geist sie gerne hätte. Automatisch wird in uns ein Gedankenprozess in Gang gesetzt, der damit endet, dass das „Jetzt“, der gegenwärtige Moment, die Realität, in der wir leben, bewertet wird. Und zwar als schlecht. Richtig kritisch ist, was dann passiert: Unser Geist erschafft diese schlechtere Realität. Lassen Sie mich das an einem Beispiel verdeutlichen:

In den 60er-Jahren haben die Soziologen Robert Rosenthal und K.L. Fode an der Harvard Universität ein Experiment mit einer Gruppe Studenten vorgenommen. Den Studenten wurden zwei Gruppen von Ratten vorgesetzt mit der Information: Die eine Gruppe sei im Labor auf besondere Intelligenz gezüchtet worden, die Vergleichsgruppe der Ratten sei besonders dumm. Das war natürlich eine Lüge. Beide Tiergruppen stammten aus demselben Laborstamm und waren ähnlich intelligent. Die Studenten sollten den Tieren nun beibringen, durch ein Labyrinth zu laufen. Das wirklich Erstaunliche an den Ergebnissen ist nicht, dass die Studenten nachher einstimmig feststellten, die Arbeit mit den vermeintlich intelligenteren Tieren wäre einfacher gewesen, habe mehr Spaß gemacht und die besseren Resultate gezeigt. Das Erstaunliche ist, dass diese Aussage tatsächlich der Wahrheit entsprach. Die Tiere, die zuvor als dumm deklariert worden waren, fanden keinen Weg durch das Labyrinth, liefen zum Großteil noch nicht einmal los. Sie waren tatsächlich „dümmer“ geworden. Unbewusst hatten die Studenten die angeblich klügeren Tiere besser behandelt, ermuntert, gestreichelt und damit zu höheren Leistungen angetrieben.

Machen Sie Ihre Mitarbeiter schlau!

Was den Ratten passiert ist, lässt sich nicht auf den Menschen übertragen? Weit gefehlt. Ein ähnliches Experiment wurde mit Schülern in San Francisco durchgeführt. Rosenthal „untersuchte“ die Schüler eingehend und prophezeite den Lehrern anschließend unter dem Siegel größter Verschwiegenheit, von welchen Schülern im nächsten Schuljahr ein großer Leistungssprung erwartet werden könne. Und siehe da: Genau diese Schüler hatten am Ende des Jahres die besseren Noten, das größere Wissen, zeigten die besseren Leistungen.

Wer sich und anderen also dauerhaft einredet, die eigenen Mitarbeiter seien faul, dumm, unfähig oder unmotiviert, der wird dadurch „bestraft“, dass er genau diese Mitarbeiter auch bekommt.

Was heute als Rosenthal-Effekt oder auch Versuchsleiterartefakt bekannt ist, ist in den Meditationslehren schon seit Jahrhunderten fest verankert: Unser Geist schafft Realität und unser Geist schafft auch Leid: Nämlich genau dann, wenn wir unfähig sind, einen Wunsch loszulassen und die einzige Realität anzunehmen, die existiert: der gegenwärtige Moment!

Neueste Beiträge

Einen Kommentar hinterlassen