Dein Körper, dein Freund

 In Buddha Management | DE

Im Umgang mit dem eigenen Körper haben wir in der westlichen Zivilisation eine Haltung, die bei genauer Betrachtung höchst seltsam erscheint: Wir behandeln unseren Körper nicht freundschaftlich, sondern beuten ihn aus. Besonders im Arbeitsalltag wird das deutlich. In unserem ausbeuterischen Verhältnis zum eigenen Körper pendeln wir dabei zwischen zwei Extremen: Entweder vernachlässigen wir unseren Körper durch unsere Lebensweise oder wir benutzen ihn wie eine Hochleistungsmaschine, die wir ständig überdrehen.

Der Körper als lästiges Übel

Morgens Kaffee zum Aufputschen, im Meeting noch mehr Koffein und dazu Konferenzkekse und Zucker für die kurzfristige Konzentration, abends dann endlich – zur Belohnung – das saftige Steak und den Rotwein dazu, bis die Glieder so schwer sind, dass der Schlaf garantiert nicht lange auf sich warten lässt. In diesem Szenario wirkt der eigene Körper wie ein unliebsames „Übel“. Etwas, das eben da ist und irgendwie versorgt werden muss, um dann zu funktionieren. Das ist eine feindliche Einstellung zum eigenen Körper, selbst die scheinbaren „Belohnungen“ sind keine Wohltat, sondern eine weitere Quälerei für ihn.

Der Körper als Maschine

Das andere Extrem: Sie rennen den ganzen Tag von Meeting zu Meeting und nach Feierabend rennen Sie weiter: Training für den Marathon, Workout bis zum Umfallen, exzessives Body Shaping. Höher, schneller, weiter ist Ihr Mantra und von Ihrem Körper verlangen Sie dabei alles, egal ob es ihm guttut oder Sie ihn längst in den roten Bereich getrieben haben.

Das Hotel, in dem Sie leben

Der Wahn, den Körper nach den eigenen Vorlieben zu formen, entspringt oft einer fehlgeleiteten Identifikation nur über Körperliches: Ich bin mein Körper, also muss er mich adäquat repräsentieren. Das ist ein Irrtum, ein verständlicher, aber ein Irrtum nichtsdestotrotz. Der Körper ist das Medium, durch das wir unsere Umwelt am Stärksten erfahren. Durch ihn spüren wir, was uns umgibt und interagieren mit dem Leben. Aber wir sind nicht unsere Körper, ebenso wenig wie unsere Gedanken (dazu mehr im nächsten Blogbeitrag).

Trotzdem sollten wir den Körper freundschaftlich als Teil unseres Selbst behandeln und sorgsam mit ihm umgehen: Ihr Körper ist das Hotel, das Sie für dieses Leben bezogen haben. Und bei diesem Hotel sollten Sie sich nicht mit weniger als fünf Sternen zufriedengeben. Nur in einem gut gepflegten Körper können Sie sich wohlfühlen. Nur in einem gesunden Körper können Sie die Leistung erbringen, die Sie selbst und andere von Ihnen erwarten.

Hören Sie zu und wenn nötig auf!

Die Formel für einen gesunden Körper ist ein gesundes Mittelmaß. Weder der regelmäßige Rotwein nach Feierabend – und sei es ein noch so edler Tropfen – noch das härteste Trainingsprogramm führen Sie zu einem leistungsfähigen und gesunden Körper. Wählen Sie stattdessen den Mittelweg: Training, so lange es Ihnen guttut und man es nicht nur um seiner selbst willen absolviert, Ernährung, die die Nährstoffspeicher Ihres Körpers wieder auffüllt. Auch eine Belohnung ist dann drin – zum Beispiel in Form von erholsamem Schlaf, wenn Ihr Körper danach verlangt. Hören Sie hin, fühlen Sie nach. Das ist die entscheidende Voraussetzung für diesen mittleren Weg im Umgang mit dem Körper: Sie müssen ihn spüren. Präsent sein im Körper und spüren, wie es ihm geht, was er braucht. Dann wird es wie in einer guten Freundschaft: Sie und Ihr Körper sind füreinander da, unterstützen sich gegenseitig, tun Gutes füreinander. Probieren Sie es aus, es lohnt sich!

Und nächste Woche verrate ich Ihnen, wie Sie neben Ihrem Körper auch mit Ihrem Geist eine Freundschaft schließen.

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